
Seit Oktober 2026 ist unsere langjährige Verbandspartnerschaft mit der SAPOA für die nächsten drei Jahre Bestandteil des KVP-Förderprogramms. Unser Project Management Office arbeitet in Arusha (Tansania) in engem Schulterschluss mit der PAPU (Pan African Postal Union) im Herzen des südöstlichen Afrika.
KVP-Projekte
In KVP-Projekten kooperieren deutsche Kammern und Verbände mit Kammern und Verbänden in Partnerländern. Sie bringen ihre Kompetenzen und ihr Know-how ein, um die Entwicklung des Privatsektors zu unterstützen. Ziel ist die institutionelle Stärkung der lokalen Einrichtungen, sowohl als Anbieter unternehmensbezogener Dienstleistungen als auch als Interessenvertreter kleiner und mittlerer Unternehmen. Schwerpunkte der Projektzusammenarbeit sind:
- Verbesserung von internen Strukturen und Management beim Projektpartner
- Aufbau neuer Dienstleistungsangebote für Unternehmen
- Unterstützung der Interessenvertretung für bessere Rahmenbedingungen
Die sequa gGmbH als Partnerin des BMZ führt das KVP-Programm seit 1991 durch. Seitdem wurden mehr als 400 KVP-Projekte in mehr als 100 Entwicklungs-, Schwellen- und Transformationsländern durchgeführt. Mehr als 80 deutsche Handwerkskammern, Industrie- und Handelskammern, Fachverbände und Arbeitgebereinrichtungen haben sich als Projektträger engagiert. Mehr als 460 Kammern und Verbände in den Partnerländern wurden direkt erreicht.
SAPOA: Postgesellschaften im südlichen und östlichen Afrika
Die 14 Mitgliedspostgesellschaften der Southern Africa Postal Operators Association (SAPOA) sind in Ländern des südlichen und östlichen Afrikas mit sehr unterschiedlichen wirtschaftlichen und institutionellen Ausgangsbedingungen tätig. Die meisten Mitgliedsländer gehören der Southern African Development Community (SADC) mit rund 380 Millionen Einwohnern an. Trotz wirtschaftlichen Wachstums bleiben Arbeitslosigkeit, informelle Beschäftigung und Armut zentrale Herausforderungen. Der wachsende E-Commerce eröffnet insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) neue Marktchancen, wird jedoch durch regulatorische Hürden, begrenzte Kompetenzen sowie unzureichende Logistik- und Versandlösungen gehemmt. Hohe Kosten, lange Laufzeiten und eine geringe Verlässlichkeit des Warenversands erschweren vor allem KMU den Zugang zu nationalen und regionalen Märkten.
Die Mitgliedsländer der SAPOA im südlichen und östlichen AfrikaDie Postgesellschaften verfügen aufgrund ihrer flächendeckenden Infrastruktur, ihres öffentlichen Versorgungsauftrags und ihrer Einbindung in das Netzwerk der Weltpostunion (UPU) über besondere Potenziale für E-Commerce und wirtschaftliche Teilhabe auch außerhalb urbaner Zentren. Gleichzeitig stehen sie angesichts sinkender Briefvolumina, wachsender Konkurrenz und begrenzter Modernisierungskapazitäten unter erheblichem Anpassungsdruck. SAPOA ist als regionaler Verband und Implementierungspartner der SADC institutionell legitimiert, verfügt jedoch nur über begrenzte personelle und finanzielle Ressourcen. Eigene Trainings-, Beratungs- und einkommensgenerierende Dienstleistungen sind bislang kaum entwickelt.
Ziele der Partnerschaft
Vor diesem Hintergrund möchten der deutsche Verband logistic-natives e.V. und SAPOA ihre seit 2021 bestehende Zusammenarbeit im Rahmen einer ersten dreijährigen Phase eines PartnerPlus-Projekts vertiefen. SAPOA soll schrittweise als regionaler Dienstleister gestärkt werden, der seine Mitgliedspostgesellschaften bei der Transformation des Postsektors im Kontext der E-Commerce-Entwicklung unterstützt. Dazu sollen die Sichtbarkeit und Vernetzung des Verbands verbessert, bedarfsorientierte Trainings-, Beratungs- und Informationsdienstleistungen entwickelt sowie ein Post-Hub-Pilotmodell mit einer ausgewählten Postgesellschaft umgesetzt werden.
Deutsche und europäische Unternehmen bringen dabei fachliche Expertise, Netzwerke sowie Trainings- und Beratungsleistungen ein. Zugleich erhalten sie die Möglichkeit, Kontakte und langfristige Partnerschaften mit Akteuren des afrikanischen Post-, Logistik- und E-Commerce-Sektors aufzubauen, Markt- und Geschäftspotenziale zu erkunden und tragfähige Kooperationsfelder und Business Cases schrittweise zu entwickeln.

14 Mitgliedspostgesellschaften im südlichen und östlichen Afrika · Partnerschaft mit logistic-natives e.V. seit 2021